
Die Androkratie, aus dem Griechischen übersetzt, heißt Herrschaft des Mannes. Dieses Wort wird eher selten als Synonym für die geläufigere Herrschaftsform des Patriarchats benutzt.
Das Gegenstück zum Patriarchat ist das Matriarchat, oder Gynäkokratie, wie sie in der sagenumwobenen Herrschaft der Amazonen fortlebt. In der Definition der Herrschaft von sogenannten weisen und älteren Männern, in deren Gesellschaftsform die Frau wenig, bis gar nichts zu sagen hatte, verfestigt sich die Geschlechterrivalität seit Entstehung des Menschen.
Wie stark diese Rivalitäten bis in religiöse Traditionen hineinwirkten, zeigen die Schriften des Alten und Neuen Testamentes. Nur zwei Männer konnten vor einem Gericht rechtsverbindlich etwas bezeugen. Frauen nicht. Maßgebliche Werte, Gesetze, gesellschaftliche Beziehungsgeflechte wurden von Männern vorgegeben, repräsentiert, kontrolliert und durchgesetzt.
Diese archaische Herrschaftsform begründet sich auf das Erstgeborenen-Recht und seine Weitergabe von Sohn zu Sohn. So konnte ein Stammesführer sehr wohl auch ein jüngerer Mann sein. Dem Patriarch gebührte das Recht der absoluten Herrschaft über die Großfamilie oder den Stamm. Verschiedene herausgearbeitete Herrschaftstypologien legen den Akzent auf Gewalt, Gehorsam und der absoluten Männerdominanz.